Chronik

Wie alles begann

 

Mitte der Fünfziger Jahre war es noch recht  schwierig, Orchideen zu bekommen. Die Zahl der Personen, die sich dieses Hobby leisten konnten, war noch sehr beschränkt. Es fehlten die nötigen Verbindungen,  besonders zu den aussereuropäischen Ländern und Orchideenstandorten, um Pflanzen  zu bekommen. Trotz alledem konnte man so nach und nach den einen oder anderen Liebhaber nach l„ngerem Suchen in Deutschland finden. Einer dieser Orchideenliebhaber war unser Günther Trautmann. Im Laufe der Zeit traf sich um ihn eine kleine Gruppe zu intensivem Gespräch über die Orchideen. Eine Deutsche Orchideen-Gesellschaft bestand schon in Hamburg, und ihr schlossen sich auch unsere Württembergischen Orchideenfreunde an.

Am 21. Januar 1956 haben sie in einem Schreiben an die D.O.G. in Hamburg mitgeteilt, dass die erste  Zusammenkunft im Schloágarten-Hotel in Stuttgart stattgefunden hat Dadurch war die

 

 

6. Landesgruppe der D.O.G.,

die  Württembergische Landesgruppe

 

gegründet!

 

 

 

Am Anfang war das Häufchen dieser Orchideenliebhaber noch sehr klein.

Am 14. März 1956 konnte aber  schon ein Gruppenleiter gewählt werden, der die Geschicke dieser jungen Landesgruppe mit viel Enthusiasmus in die Hände nahm: Günther Trautmann.  Zu Beginn traf man sich noch in unregelmässigen Abständen. Noch konnte jedes Mitglied einzeln angeschrieben werden und zu den Treffen in einer der  Stuttgarter Gaststätten eingeladen werden Klein und bescheiden war auch das Pflanzenangebot, das zu den jeweiligen Gruppentreffen mitgebracht wurde  Lichtbildervorträge, Buchbesprechungen, Gespräche über Orchideen und Besuche der  Botanischen Gärten in Tübingen, Heidelberg und Tünchen waren Programmpunkte der Anfangsjahre. Die Wilhelma erkundeten die Anhänger dieses Hobbys unter der persönlichen Führung von Herrn Direktor Sch”chle ebenfalls Mitglied der  D.O.G., auch schon zu dieser Zeit von einer Seite, die den normalen Besuchern nicht  zug„nglich ist. Langsam wurde unsere Landesgruppe im Land bekannt. Angeregt durch den Besuch der Wilhelma, in der bekanntlich schon seit Jahrzehnten Orchideen gepflegt und vor allem in Schauvitrinen pr„sentiert werden, einem  Vortrag im Rundfunk oder durch Orchideenfreunde im Lande meldeten sich mehr und mehr Personen beim Gruppenleiter, um mehr darüber zu erfahren. Die Zahl der  Mitglieder stieg ständig.

 

Die Amtszeiten der Gruppenleiter:


Günther Trautmann  1956 -  1972
Manfred Morasch  ab 1972

Die Amtszeiten der Stellvertreter:

Willi Kenntner 1980 - 1983

Michael  S”lch  1983 - 1992

Helmut Sorgler 1992 - 2004

Jürgen Kraus ab  2004

 

Jetzt im Jahr 1961 wagte sich die Landesgruppe zum erstenmal, an einer Ausstellung teilzunehmen. Mit 4 Vitrinen von ca. 6m2 stellte sie ihre Pflanzen w„hrend der Bundesgartenschau 1961 in Stuttgart zur Schau. Was keiner geglaubt hatte, traf ein. Die Preisrichterkommission verlieh der Landesgruppe Württemberg eine Goldene Medaille für Orchideen Das war ein gewaltiger Anreiz für die  Landesgruppe, auch weiterhin ähnliche Aufgaben und Präsentationen zu übernehmen.

1962 wurde vermeldet, dass die Landesgruppe Württemberg ein  komplettes Jahresprogramm all ihrer Veranstaltungen vorlegt und sich somit zu  festen Terminen trifft. Das wurde auch notwendig, damit die wachsende Zahl der Mitglieder, die nun über 80 Personen betrug, ihre Gruppenabende einplanen  konnten. Eine persönliche Einladung zu jedem Treffen konnte nun nicht mehr erfolgen. Die Veranstaltungspunkte und gemeinsamen Ausflüge zu Gärtnereien,  Botanischen Gärten usw. wurden immer abwechslungsreicher und informativer. Ein  besonderer Punkt jedes Treffens war die Vorstellung der mitgebrachten Pflanzen. Dies wurde eine immer mehr praktizierte Übung, durchgeführt von Mitgliedern, die sich ihr Fachwissen zum Teil in mühevoller Kleinarbeit angeeignet hatten


Leonore Bockemühl,
Anton  Glatz
,
Waldemar Gabler
,
Manfred Morasch,
Gabriel Schumacher,
Günther Trautmann

sind dabei besonders zu erwähnen.


Noch ging es bei der Landesgruppe Württemberg sehr, sehr sparsam zu. Grössere Zuwendungen konnten nicht erwartet werden. So manche Möglichkeit wurde aufgegriffen, die Gruppenkasse zu füllen Amerikanische Versteigerungen brachten einen grossen Teil ein, besonders als es galt, als Gastgeber den 27. Kongress der
D.O.G. in Böblingen
auszurichten. Es wurde ein Erfolg, besonders für die Wurttembergische Landesgruppe. Ihr Name war in aller Munde und sollte es auch weiterhin bleiben. persönliche Umstände machten es erforderlich, dass ein neuer  Gruppenleiter Günther Trautmann ablöste. Neue Ideen und frischer Wind kamen durch Manfred Morasch in die Gruppe. Unter anderem musste wieder  einmal der gemeinsame Treffpunkt gewechselt werden, um den steigenden Zahlen der  Besucher während der Gruppenabende Rechnung zu tragen.

1975 liess es sich unsere Gruppe nicht nehmen, w„hrend des Welt-Orchideen-Kongresses in Frankfurt einen Stand zu gestalten. Die Mitglieder gaben ihr Bestes, um sich zu pr„sentieren. Trotz alledem spielte sich das abwechslungsreichste und interessanteste bei den verschiedenen Gruppentreffen, Ausflügen und Besuchen ab. Hier wurde auch der Gedanke geboren, eine Kauf- und Tauschb”se abzuhalten. Mit grossem Elan machten sich die zu dieser Aufgabe bestimmten Personen daran und  luden Gärtner und Gäste aus nah und fern ein. Sie kamen alle zur

1. Orchieen-Kauf- und Tauschbörse am 04.09.1976 nach Esslingen.

Gross war die Resonanz bei Hunderten von Besuchern. Noch ahnte keiner, dass diese B”rse eine feste Einrichtung werden sollte, die sich in jedem geraden Jahr bis in unsere Tage wiederholen wurde.
Im Jahr 1980 war der 34. Kongress der D.O.G. auf dem Killesberg anberaumt. Unsere Gruppe liess es sich nicht nehmen, sich von ihrer besten  Seite zu zeigen. Aufbauten, St„nde, Ausstellungs- und Pr„sentationsecken wurden in den zur Verfügung gestellten R„umen vorbereitet und gestaltet. Sie waren der  magische Anziehungspunkt Tausender von Besuchern dieser Veranstaltung, und alle kamen auf ihre Kosten. Nach und nach scharte Erwin Burkhardt eine kleine  Gruppe von Liebhabern um sich, um ein Bewertungsteam aufzubauen. Mitgebrachte Pflanzen sollten nach den Richtlinien der DOG-Bewertung auch bei uns ausgezeichnet werden. Das hatte zur Folge, dass sich das Pflanzenangebot während unserer Pflanzenvorstellungen von Mal zu Mal verbesserte. Diese Erfolge schlagen sich dann besonders positiv bei den Auszeichnungen auf Kongressen und  Bewertungen nieder. Eine Silbermedaille für den Standaufbau wird anlässlich des 37. DOG-Kongresses in Neu-Ulm verliehen. Gold-, Silber-,  Bronzemedaillen und Ehrenpreise folgen bei weiteren Kongressen für Standaufbau und verschiedene Einzelpflanzen, die weit über ihrem Durchschnitt  liegen. Eine treibende Kraft war der Stellvertretende Gruppenleiter Michael S”lch, der die St„nde abwechslungsreich, ausgefallen, teilweise naturnah zu gestalten und darzubieten wusste. Nur ein eingespieltes Team konnte jedesmal solch ein mühevolles, aber auch mit viel Liebe durchgeführtes Projekt durchziehen. Es waren viele ehrenamtliche Mitarbeiter nötig, die die Fäden im  Vordergrund aber auch im Hintergrund zogen, damit der vorgesehene Erfolg nicht ausblieb. Unsere Gruppe wuchs, die Präsentationen animierten viele Personen,  sich mehr mit den Orchideen zu beschäftigen.

1983 konnte mit dem  Kleinen Saal in der Osterfeldhalle in Esslingen ein idealer Treffpunkt für unser  monatliches Zusammensein gefunden werden. Bis zu 130 Personen planen unser Gruppentreffen in ihrem Terminkalender ein, um den verschiedensten Programmpunkten folgen zu k”nnen. Pflanzenvorstellung durch unsere Experten, ein Vortrag - meistens mit Bildern - gehalten von unseren Mitgliedern, aber auch von G„sten aus anderen Gruppen Deutschlands und dem europ„ischen Ausland, sowie die Pflanzenbewertung sind zum festen Programmablauf des Abends geworden.

Seit Beginn der 80er Jahre werden die Mitglieder durch einen Rundbrief über aktuelle Ereignisse informiert. Mehr als 850 Personen haben wir in unserem Mitgliederverzeichnis eingetragen. Teilweise besuchen sie unsere  Veranstaltungen regelmässig und mit viel Freude. Verschiedene Schwerpunkte wurden  von kleinen Gruppen übernommen Einer besteht auch darin, seltene Naturarten  auszus„en, damit die Jungpflanzen ein šberleben der Art gewährleisten.

1996 kännen wir auf ein 40jähriges Bestehen  zurückblicken. Das Pflänzchen

Landesgruppe Württemberg der D.O.G.

ist zur attraktiven, wohlgewachsenen,  stattlichen Pflanze geworden, die sich sehen lassen kann.

 

 

Wir wünschen ihr als personenstärkster Landesgruppe, dass sie auch in Zukunft dank der guten  Zusammenarbeit ihrer Mitglieder und des freundschaftlichen Umgangs miteinander alles zum Erhalt der Orchideen unternimmt und dazu beiträgt, dass so mancher Naturschönheit weiterhin ein Überleben ermöglicht wird.